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Culture and Creativity

Strategischer Rahmen für die Kulturpolitik der EU

iStock/mediaphotos

Die Prioritäten der Europäischen Kommission für den Zeitraum 2019-2024 sind für die Politikgestaltung im Kulturbereich auf EU-Ebene und für die zentralen Themen der europaweiten kulturellen Zusammenarbeit von großer Bedeutung.

Diese Prioritäten sind Teil der allgemeinen politischen Strategie der Europäischen Union. 

Die Prioritäten sind für die Politikgestaltung im Kulturbereich auf EU-Ebene und für die zentralen Themen der europaweiten kulturellen Zusammenarbeit nach wie vor von großer Bedeutung.

Für den Zeitraum 2019-2024 hat die Europäische Kommission die folgenden sechs politischen Prioritäten festgelegt:

  1. Ein europäischer Grüner Deal: erster klimaneutraler Kontinent werden;
  2. Ein Europa für das digitale Zeitalter: aktive Teilhabe mit einer neuen Technologiegeneration;
  3. Eine Wirtschaft im Dienste der Menschen: soziale Gerechtigkeit und Wohlstand fördern;
  4. Ein stärkeres Europa in der Welt: Streben nach Höherem durch Festigung der verantwortungsvollen globalen Führungsrolle Europa;
  5. Förderung unserer europäischen Lebensweise: Schaffung einer Union der Gleichheit, in der alle die gleichen Chancen haben;
  6. Neuer Schwung für die Demokratie in Europa: Förderung, Schutz und Stärkung unserer Demokratie.

In Anbetracht seiner wichtigen Rolle für Wirtschaft und Gesellschaft in der EU kann der Kultur- und Kreativsektor einen großen Beitrag zu allen oben genannten Prioritäten leisten.

Neue europäische Agenda für Kultur

Im Anschluss an die europäische Kulturagenda von 2007 verabschiedete die Kommission 2018 die neue europäische Agenda für Kultur, um der Entwicklung des Kultursektors Rechnung zu tragen. Die neue Agenda und die dazugehörige Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen bilden den Rahmen für die kulturelle Zusammenarbeit auf EU-Ebene. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem positiven Beitrag, den die Kultur zur Gesellschaft, zur Wirtschaft und zu den internationalen Beziehungen Europas leistet. Die Agenda sieht auch verbesserte Arbeitsmethoden mit den Mitgliedstaaten sowie mit Organisationen der Zivilgesellschaft und internationalen Partnern vor.

Die Mitgliedstaaten legen die wichtigsten Themen und Arbeitsmethoden für die politische Zusammenarbeit im Kulturbereich durch Arbeitspläne für Kultur fest, die vom Rat der Europäischen Union angenommen werden.

Die neue Agenda umfasst drei strategische Bereiche mit spezifischen Zielen, die der sozialen, wirtschaftlichen und außenpolitischen Dimension entsprechen.

Soziale Dimension

Mit dem Ziel, die Möglichkeiten der Kultur und der kulturellen Vielfalt zur Schaffung von sozialem Zusammenhalt und sozialem Wohlbefinden nutzen, strebt die Agenda Folgendes an:

  • Förderung der kulturellen Verwirklichungschancen aller Europäer/innen durch ein vielfältiges Angebot an kulturellen Aktivitäten und Möglichkeiten, aktiv daran teilzunehmen;
  • Förderung der Mobilität von Kunst- und Kulturschaffenden und Beseitigung von Mobilitätshindernissen;
  • Schutz und Förderung des kulturellen Erbes Europas als gemeinsamer Ressource, um das Bewusstsein für unsere gemeinsame Geschichte und unsere gemeinsamen Werte zu schärfen und das Gefühl einer gemeinsamen europäischen Identität zu stärken.

Wirtschaftliche Dimension

Mit dem Ziel, kulturbasierte Kreativität in Bildung und Innovation zu fördern, um Arbeitsplätze und Wachstum zu schaffen, werden mit der Agenda folgende Ziele verfolgt:

  • Förderung von Kunst, Kultur und kreativem Denken in der formalen und nichtformalen allgemeinen und beruflichen Bildung auf allen Ebenen im Sinne des lebenslangen Lernens;
  • Schaffung günstiger Ökosysteme für die Kultur- und Kreativwirtschaft, indem der Zugang zu Finanzierung, Innovationsfähigkeit, eine angemessene Vergütung für Urheber sowie die sektorübergreifende Zusammenarbeit gefördert werden;
  • Aufbau der in der Kultur- und Kreativwirtschaft benötigten Kompetenzen, u. a. digitale, unternehmerische, traditionelle und spezifische Kompetenzen.

Außenpolitische Dimension

Ziel ist es, die internationalen Kulturbeziehungen der EU durch die folgenden drei Maßnahmen zu stärken:

  • Förderung der Kultur als Motor für nachhaltige soziale und wirtschaftliche Entwicklung;
  • Förderung der Kultur und des interkulturellen Dialogs für ein friedliches Miteinander der Gemeinschaften;
  • Stärkung der Zusammenarbeit im Bereich Kulturerbe.

Auf der Grundlage der Erfahrungen, die im vergangenen Jahrzehnt bei der kulturellen Zusammenarbeit auf EU-Ebene gesammelt wurden, ist die neue Agenda durch eine enge Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten und mit Interessenträgern, einschließlich Organisationen der Zivilgesellschaft und internationalen Partnern, bestimmt.

Arbeitspläne für Kultur

Die Mitgliedstaaten legen Prioritäten für die Gestaltung der Kulturpolitik auf EU-Ebene in mehrjährigen Arbeitsplänen fest, die in Form von Schlussfolgerungen des Rates der EU angenommen werden. Neben der neuen europäischen Agenda für Kultur und entsprechend ihrer strategischen Ausrichtung wird der Arbeitsplan als strategisches und dynamisches Instrument der kulturellen Zusammenarbeit der EU aufgestellt, das aktuelle politische Entwicklungen berücksichtigt und Prioritäten vorgibt, wobei die EU-Grundsätze der Subsidiarität und der Verhältnismäßigkeit gebührend Beachtung finden.

Der derzeitige Arbeitsplan des Rates für Kultur für den Zeitraum 2019-2022 enthält sechs Prioritäten für die europäische Zusammenarbeit bei der Gestaltung der Kulturpolitik:

  1. Nachhaltigkeit im Bereich des kulturellen Erbes;
  2. Zusammenhalt und Wohlbefinden;
  3. Ein Umfeld zur Unterstützung von Künstler/innen, Kultur- und Kreativschaffenden und europäischen Inhalten;
  4. Gleichstellung der Geschlechter;
  5. Internationale Kulturbeziehungen;
  6. Kultur als Motor für nachhaltige Entwicklung.

Im Rahmen jeder dieser Prioritäten werden für die Mitgliedstaaten, die Ratspräsidentschaften und die Kommission 18 zentrale Themen und entsprechende Maßnahmen festgelegt.

Ihre Arbeitsmethoden und Zielvorgaben sind klar definiert (einschließlich der offenen Methode der Koordinierung für Expertengruppen).

Mit dem derzeitigen Plan werden die bisherigen Maßnahmen der Europäischen Union in den Bereichen Kulturerbe, sozialer Zusammenhalt, Finanzierung und Innovation sowie internationale Kulturbeziehungen fortgeführt. Andere Themen und zugehörige Maßnahmen sind neu, z. B. Musik, Gleichstellung der Geschlechter oder nachhaltige Entwicklung.

Der derzeitige Arbeitsplan für Kultur ist der dritte seiner Art. Er baut auf den Arbeitsplänen 2015-2018 und 2011-2014 auf.

Europäischer Aktionsrahmen für das Kulturerbe

Im Dezember 2018 legte die Europäische Kommission einen Vorschlag für den ersten Europäischen Aktionsrahmen für das Kulturerbe vor. Ziel dieses Aktionsrahmens ist es, den Erfolg des Europäischen Jahres des Kulturerbes 2018 zu nutzen und zu erhöhen und eine dauerhafte Wirkung zu gewährleisten. 

Künftige Strategie der EU für internationale Kulturbeziehungen

Im Jahr 2016 stellte Federica Mogherini, Hohe Vertreterin der EU und Vizepräsidentin, zusammen mit Kommissar Navracsics die Gemeinsame Mitteilung an das Europäische Parlament und den Rat – Künftige Strategie der EU für internationale Kulturbeziehungen vor. Ziel dieser Mitteilung ist es, die Zusammenarbeit im Kulturbereich in den Mittelpunkt der diplomatischen Beziehungen der EU mit den Ländern in der ganzen Welt zu stellen.